Fotografieren lernen | Speicherkarte

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Hast du dir das letzte Mal, als du ein Foto geschossen hast, deine ISO, Blende, Weißabgleich und sogar den Bildausschnitt überlegt?
Oder hast du darauf geachtet das dein Objektiv frei von Fettflecken ist?

Im analogen Zeitalter hatte man nur 36 Schuss.
Also versuchte man jedes Bild so perfekt wie möglich aufzunehmen.
Da war es extrem ärgerlich wenn das Bild etwas unterbelichtet oder überbelichtet war.
Heute, alles kein Thema mehr.
Ich mach mal einen Schuss, mal schauen was dabei raus kommt.
Ist ja auch gar kein Problem mehr.
Heutige Speicherkarten für Digitalkameras haben mehrere Gigabyte an Kapazität und sind dazu auch noch recht günstig.
Oft die Frage welche Speicherkarten für Digitalkameras sind die Richtigen?

Speicherkarten für Digitalkameras gibt es wie Sand am Meer

Deswegen ist es auch so schwer herauszufinden, welche die Beste für deine Zwecke ist.
Welche Speicherkarte in deine Kamera passt, ist schon mal gut zu wissen.
Als nächstes solltest du dir überlegen wie viel Speicher du überhaupt brauchst.
Also welche Formate du darauf speichern willst, JPEG, TIFF oder RAW.

Speicherkarten Typ

CF

Der Klassiker unter den Speicherkarten für Digitalkameras, die Compact Flash Karte.
In professionellen Kamerasystemen findet sie heute noch Platz, im privaten Bereich ist sie nicht mehr so häufig zu finden.
CF Karten sind durch ihre Robustheit sehr beliebt, kein leichtes Verbiegen, Temperaturschwankungen machen ihnen auch nicht so viel aus und der Datentransfer ist auch sehr schnell.

Bei CF Karten gab es die Unterscheidung zwischen Typ I und Typ II. Typ II gibt es jedoch nicht mehr.

Eine weitere Angabe die meist auf CF-Karten zu finden ist, nennt sich UDMA.
Bei aktuellen Karten steht hier meist UDMA7.
UDMA ist die Abkürzung für Ultra Direct Memory Access.
Es ist ein Zugriffsprotokoll aus dem ATA-Standard.
Kurz und Knapp, UDMA kompatible Kameras können auf solche Karten schneller schreiben und lesen, was eine schnellere Leerung des Kamerapuffers zur Folge hat.

Die Zahlen auf solchen Karten, wie etwas 160MB/s kennzeichnen die Lesegeschwindigkeit und hängt mit dem UDMA Zugriffsprotokoll zusammen.
Der UDMA7 lässt Geschwindigkeiten von 166MB/s zu.

SD

Klein, kleiner, mikro.
So kann man die drei Varianten von SD-Karten bezeichnen.
SD steht dabei für Secure Digital.
Die Varianten sind einmal die normale SD-Karte, die miniSD und die microSD.

Die SD-Karte ist der Nachfolger der MMC (Multimedia Card) und wurde 2001 von SanDisk entwickelt.

Weil die normale SD-Karte (SD 1.0 und SD 1.1) nur bis maximal 1GB bzw. 2GB gehen und FAT16 formatiert sind, musste etwas Neues her.
Also kam der SDHC Standard (SD High Capacity; SD 2.0).
Dieser kann bis zu 32GB und ist FAT32 formatiert, was die Nutzung in älteren Kameras nicht ermöglicht.
Außer, die Karte wird FAT16 formatiert, was die Kapazität auf 2- und 4GB beschränkt.

Weil 32GB immer noch nicht genug waren, wurde der SDXC Standard (SD eXtended Capacity; SD 3.0) entwickelt.
Dieser kann theoretisch eine Kapazität von 2TB speichern.
Dies sollte für die nächsten paar Jahre reichen ;-) .
Auf den kleinen Karten ist meist alles zugepflastert mit Bezeichnungen, was diese aussagen, will ich dir hier kurz erklären.

fotografieren lernen Geschwindigkeitsklassen

Wichtig sind die Geschwindigkeitsklassen.
Hier gibt es zwei Angaben, einmal die minimale Geschwindigkeitsklasse und einmal die minimale UHS- Geschwindigkeitsklasse.
Wenn die Karte in einem Gerät verwendet wird das kein UHS kann, wird die normale Geschwindigkeitsklasse verwendet, diese wäre hier Class 10 also mindestens 10MB/s.
Kann das Gerät UHS, ist eine minimale Geschwindigkeit von 30MB/s gesichert bei UHS Class 3.

Weitere Angaben sind

  • Class 2 = 2MB/s
  • Class 4 = 4MB/s
  • Class 6 = 6MB/s
  • Class 10 = 10MB/s
  • UHS Class 1 = 10MB/s
  • UHS Class 3 = 30MB/s

Für die meisten Anwendungen sind diese Angaben irrelevant.
Für Video und Serienbildaufnahme sind sie jedoch relevant.
Da hier eine schnelle Datenübertragung, für die konstante Speicherung, wichtig ist.

MemoryStick

Ein Speicherkartentyp der von Sony entwickelt wurde und ähnlich wie die SD-Karte funktioniert.
Sony entwickelt, mittlerweile jedoch, eigene SD-Karten, welche preisgünstiger sind.
Deswegen verliert der MemoryStick immer mehr an Bedeutung.

XQD

Der Nachfolger von CF-Karten, wird in den nächsten Jahren, denke ich, immer mehr Verwendung finden.
Noch sind diese Karten extrem teuer, aber die Lese-/Schreibgeschwindigkeiten sind enorm.
Diese Karten arbeiten mit PCI-Express, was auch in Rechnern für die Datenübertragung von Festplatten zum tragen kommt.

Das ist eine kleine Auflistung der relevanten Speicherkarten für Digitalkameras, die in digitalen Kameras Verwendung finden.
Wie viele Karten du kaufen solltest und mit welcher Kapazität, dazu komme ich jetzt.

Mehr Karten statt einer

Finde ich einen guten Ansatz. Vielleicht kennst du das auch, auf deiner Speicherkarte findest du noch Bilder von der letzten Weihnachtsfeier, oder Urlaubsbilder von vor 2 Jahren.

Das ist ein Problem was mit der Speicherkapazität zusammen hängt.
Da ist ja noch Platz, also werden weiter Bilder geschossen.
Doch was, wenn die Speicherkarte mal den Geist aufgibt.
Dann sind alle Bilder, Videos weg.

Aus diesem Grund, entweder jedes Mal nach einer Feier, Urlaub oder sonstigen Erlebnissen die Speicherkarte auf den Rechner übertragen und die Karte dann formatieren.
Somit sind die Daten safe und es ist wieder Platz auf der Karte für neue Bilder, Videos.

Oder eben mehrere Speicherkarten mit weniger Speicherkapazität kaufen.
Wenn du nicht gerade HD-Videos aufnimmst reichen auch 16GB aus, um viele Bilder zu fotografieren.
Geht diese einmal flöten, sind nur die 16GB weg und nicht gleich 64 oder sogar 128.

Wie viel brauchst du?

Das hängt natürlich davon ab, wie du deine Bilder speicherst.
Logisch, passen auf eine 16GB mehr JPEG Bilder als TIFF oder RAW.
Doch wenn du im Urlaub einfach nur Schnappschüsse machst, müssen diese nicht unbedingt alle im RAW abgespeichert sein.

Nehmen wir an, du hast eine 12MP Kamera die JPEG in einer Größe von knapp 4MB speichert, dann könntest du circa 3800 Bilder auf einer 16GB- Karte speichern.

Das ist eine Menge!

Wenn du jetzt so viele Bilder auf einer Karte gespeichert hast, ist es natürlich sinnvoll diese auf den Rechner zu übertragen.

Ein Kartenlesegerät

Wird nicht unbedingt benötigt, ist aber manchmal von Vorteil.
Ältere Kameras haben noch keinen USB 3.0 Anschluss und sind daher sehr langsam beim Übertragen der Daten.
Außerdem können manche Kameras nur mit Hilfe einer speziellen Software die Daten übertragen, was es etwas umständlich macht.

Kartenlesegeräte gibt es intern und extern.
Bei der externen Variante solltest du darauf achten das USB 3.0 verbaut ist, auch wenn du noch keinen USB 3.0 Anschluss hast.
So bist du für die Zukunft gerüstet.
Interne Kartenlesegeräte sind meist bei Desktop Rechnern verbaut und mit mehreren Kartentypen kompatibel.
Bei Notebooks gibt es meist nur einen Einschub für SD-Karten.

Adapter Sinnvoll?

Eine mircoSD in einen SD-Karten Adapter, macht das Sinn?
Meiner Meinung nach, nein.
Aber theoretisch sollte es keine Probleme geben.

Vielleicht willst du die microSD in deiner Kamera und in deinem Handy/Tablet verwenden.
Dann kommen einige auf den Gedanken einfach einen Adapter zu benutzen.
Das geht schon.
Erhöht aber das Risiko das sie kaputt gehen, weil sie dann öfters von einem Gerät in das andere gesteckt werden.
Ebenso ist die Chance das sie verloren geht größer, weil sie eben extrem klein sind.

Ein Adapter hat auch gleich mal zwei Fehlerquellen.
Einmal könnte der Adapter defekt sein oder eben die microSD.
Das bedeutet dann doppelter Aufwand bei der Fehlersuche.

Ich würde dazu raten, jeweils eine Karte für Handy/Tablet zu kaufen und eine Speicherkarte für Digitalkameras.

Meine Empfehlung

Für alle die sich jetzt denken, gut aber hast jetzt vielleicht mal einen Tipp.
Denen möchte ich hier eine kleine Liste mit Karten und einem Lesegerät geben.

Kingston Media Reader FCR-HS3 Kartenleser USB 3.0

SanDisk Extreme Pro CompactFlash 16GB Speicherkarte (160Mbps)

SanDisk Extreme Pro SDHC 16GB Class 10 Speicherkarte


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Stefan Steinbach

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